Dialogisches Lernen

Erst vor wenigen Wochen ist der Schweizer Mitbegründer des Dialogischen Lernens Prof. Urs Ruf verstorben. Ihm und Peter Gallin ist das pädagogisch-didaktische Unterrichtskonzept zu verdanken, bei dem Lehrpersonen und Schüler eine Lerngemeinschaft bilden und sich über ihr fachliches Wissen und Können austauschen. Dabei entsteht ein Prozess der Verständigung zwischen Lehrenden und Lernenden, die sich gegenseitig beeinflussen und gemeinsam Fortschritte machen.

Wie schwierig es ist, das Wissen der Lehrpersonen auf die Lernenden zu übertragen, wird im Unterricht deutlich, denn zwei voneinander unabhängige Prozesse treffen da aufeinander:

  • Auf der einen Seite steht unser Angebot, bei dem wir versuchen, durch Erklärungen und Anleitungen unser Wissen und Können weiterzugeben.
  • Auf der anderen Seite steht die Nutzung. Es braucht einen Lernenden, der das Angebot versteht und es auch annimmt.

Ohne passende Nutzung bleibt das beste Angebot wirkungslos, aber auch die beste Nutzung bedarf einer wertschätzenden Rückmeldung sowie der fachlichen Unterstützung, damit sich der Lernende basierend darauf weiterentwickeln kann. In diesem entstehenden Dialog zwischen dem Anbieter und dem Nutzer interessiert die Lehrperson: „Was und wie denkt und überlegt der Schüler, wenn er mein Angebot auf seine Weise nutzt?“ und für den Schüler bedeutet das: „Wenn ich mich darauf einlasse und aufzeige, was für Gedanken ich mir zum Thema gemacht habe, interessieren sich andere dafür. Sie lernen von mir und ich von ihnen.“ Diese  individuellen Wege der Nutzung werden z.B. in Lernjournalen dokumentiert und vorgestellt und sind auch Grundlage für die Beurteilung.

Bei den Lehrmittel Perlen gibt es ein Lernjournal mit offene Aufträgen, wo von Anfang an dieses Konzept eingeführt und angewendet werden kann.

Download: Lernjournal

Bild: congerdesign