HerbstvogelWacholderdrossel

Obwohl die recht bunte Wacholderdrossel im Herbst und Winter wenig versteckt und sogar in Siedlungen lebt, ist sie erstaunlicherweise nicht sehr bekannt. Sie ist ein „Einwanderer“, der sich seit 200 Jahren von der sibirischen Taiga immer weiter nach Westen ausbreitete und in der Zwischenzeit auch Ostfrankreich erreicht hat.

Ihre Vorliebe für Beeren im Herbst- und Winterhalbjahr kommt im Namen deutlich zum Ausdruck. Ein volkstümlicher Name für die Wacholderdrossel ist die Bezeichnung Krammetsvogel (in Deutschland), da dort in gewissen Regionen die Beeren des Wacholders Krammetsbeeren genannt werden. Sie ernährt sich allerdings von verschiedenen Beeren, Früchten und Obst. Wenn die Vögel in größeren Trupps erscheinen, sind Sträucher und Büsche innert kürzester Zeit leergefressen und die Tiere ziehen weiter. Äpfel sind im Herbst und Winter ein besonderer Leckerbissen und stehen bei den Wacholderdrosseln hoch im Kurs.

Leider nehmen die Bestände der Wacholderdrossel lokal wieder ab. Dabei spielen vermutlich Faktoren wie die Intensivierung der Landwirtschaft, Trockenlegung von Feuchtgrünland und andere Lebensraumveränderungen eine Rolle. In der oft ausgeräumten Agrarlandschaft werden Beeren- und Früchte tragende Sträucher und Hecken seltener, ebenso Apfelbäume, die im Winter noch Nahrung bieten. Überwinternde Wacholderdrosseln kommen deshalb auch in Gärten, die mit einheimischen Gehölzen bepflanzt sind. Es gibt aber auch Landwirte, die im Herbst nicht alle Äpfel ernten und den Wacholderdrosseln einen Anteil überlassen.

Ein interessanter Vogel, der mit Unterrichtsmaterialien in analoger sowie digitaler Form bei den Lehrmittelperlen vorhanden sind – auch Besucher unserer Seite können die pdf-Datei gratis downloaden.

Download: Wacholderdrossel und Wacholderdrossel digital

 

Beitragsbild: Beni Herzog