Fetale Alkohol Spectrum Störung
Heute, am 9.9. wird international an jene Kinder erinnert, die während einer Schwangerschaft durch Alkoholkonsum geschädigt wurden. Pränatale Alkoholschäden sind nicht heilbar und betroffene Kinder leiden darunter ein Leben lang. Obwohl es mittlerweile viele wissenschaftliche Untersuchungen sowie Erkenntnisse zu diesem Syndrom gibt, gibt es wenig gezielte Unterstützung und Förderung im Kindesalter und für beeinträchtigte Erwachsene noch weniger.
FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorders) entsteht, wenn Alkohol den Fötus in der Gebärmutter schädigt. Alkohol ist ein Zellgift, das vor allem die Nervenzellen im Gehirn angreift. Das Gehirn, das sich gerade erst entwickelt, aber auch andere innere Organe, reagieren in dieser Entwicklungsphase sehr vulnerabel auf dieses Zellgift. Ist die werdende Mutter nach dem alkoholkonsum längst wieder nüchtern, kämpft der Körper des Kindes noch weiterhin mit dem Alkohol, der ungehindert in seinen Kreislauf gelangt. Die kindliche Leber, die das Zellgift abbauen muss, gehört nämlich zu den letzten Organen, die sich während der Entwicklung herausbilden. So kann das Zellgift Alkohol schwere körperliche, vor allem aber geistige Folgen verursachen: Die Hirnschädigungen reichen von Intelligenzminderungen über mangelnde organisatorische Fähigkeiten bis zu hin zu einem gestörten Sozialverhalten. Wie groß sich die Schädigung letztlich selbst bei geringem Alkoholkonsum präsentiert, ist wie beim russisches Roulette – keiner kann dies voraussagen. Sicher ist jedoch, dass FASD zu den häufigsten angeborenen Behinderungen zählt und dass bei einer tiefgehenden Schädigung, kein eigenständiges Leben geführt werden kann. Die Betroffenen leiden darunter, dass insbesondere die sogenannten exekutiven Funktionen gestört sind. Dazu zählen kognitive höhere Leistungen wie zum Beispiel vorausschauendes Planen, Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge erkennen sowie Gelerntes zu speichern und im Alltag anzuwenden und auf entsprechende Situationen zu übertragen.
Das Leben bei FASD ist neben der alkoholbedingten traumatischen Gehirnschädigung, die nicht reversibel ist, von chronischem Versagen geprägt. Nur durch eine breite Aufklärung der Gesellschaft kann hier das Bewusstsein für diese zu 100 Prozent vermeidbare Schädigung eines Kindes schärfen.
In Deutschland , Österreich und der Schweiz gibt es dazu Vereine, die Hilfe anbieten.
Hier ein sehenswertes Video vom BR zu dem Thema:
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Beitragsbild: BiancaVanDijk und Prawny