Resilienz bei Kindern

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Raphael

Psychische Gesundheit und Widerstandsfähigkeit (Resilienz) sind nicht angeboren, sondern entwickeln sich aus den Erfahrungen, die das Kind mit seinen Eltern und seiner Umwelt macht.
Psychische Stärke und Ausgeglichenheit erwirbt das Kind im Alltag – im täglichen Umgang mit den Situationen, denen es ausgesetzt ist. Besonders wichtig für seine Entwicklung sind dabei die positiven Erfahrungen, die das Kind im Umgang mit den Eltern und anderen Personen macht.

Es gibt sieben Schutzfaktoren, die im Alltag angeeignet und besonders trainiert werden sollen:
1. Selbstverwirklichung - Von Geburt an hat ein Kind den Wunsch, die Gesetzmäßigkeiten und Regeln seiner Welt zu erkennen und auf seine Umgebung aktiv einzuwirken
2. Selbstwertgefühl - Sich und seine Fähigkeiten schätzen und einschätzen können, seine Stärken und Schwächen kennen, sich wertvoll fühlen, sich etwas zutrauen.
3. Selbstvertrauen - Eigenaktivität und frühzeitiges Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken das Selbstbewusstsein des Kindes. Lob und Ermutigung bestätigen das Kind und helfen ihm, eigene Stärken und Schwächen zu erkennen und damit umzugehen.
4. Selbstständigkeit - Jedes Kind hat den angeborenen Wunsch, selbst aktiv und dabei immer selbstständiger zu werden. Hierzu braucht das Kind ausreichend Gelegenheit, sein Können im Alltag auch anwenden zu können und es auch nutzen. Gleichzeitig braucht es aber auch noch einen schützenden Rahmen.
5. Durchhaltevermögen - Das Kind lernt, mit Geduld und Ausdauer ein Ziel zu verfolgen, sich von Rückschlägen und Misserfolgen nicht gleich beirren zu lassen, seinen eigenen Fähigkeiten zu trauen und sich dabei auch etwas zuzutrauen.
6. Konfliktfähigkeit - Die Fähigkeit, Konflikte auszuhalten und austragen zu können anstatt sie zu verdrängen, streiten und siech wieder „vertragen“ können, ist ein essentieller Schutzfaktor. Das Kind sollte im Alltag die Erfahrung machen, dass seine Meinung ebenso wie die der anderen gehört und respektiert wird, manchmal aber im Zusammenleben auch Kompromisse nötig sind.
7. Mitgefühl und Nachempfinden - Mitgefühl oder Empathie ist eine Grundvoraussetzung, um gerecht und fair handeln und zum Beispiel teilen oder Rücksicht nehmen zu können.

Die Förderung dieser Eigenschaften ist wichtig, doch nicht alleine für eine gute Entwicklung maßgebend. Es gibt auch viele äußere Faktoren, die einen Einfluss haben - zum Beispiel gute Betreuungsangebote, Schule, Freizeitmöglichkeiten, die finanzielle Situation der Eltern, um nur einige zu nennen. Erst das Zusammenwirken aller Faktoren führt zu einer gefestigten Persönlichkeit, die mit kritischen Situationen gut umgehen kann.