Flucht und Trauma

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Wir als Lehrer*innen haben es, aufgrund des Krieges in der Ukraine, vermehrt mit Menschen zu tun, die vor diesem Krieg geflohen sind.
Flüchtlinge sind Menschen, die in ihren Herkunftsländern Opfer von kriegerischen Auseinandersetzungen oder von Menschenrechtsverletzungen aufgrund politischer oder ethnischer Verfolgung z.B. durch Haft, Folter, Diskriminierung geworden sind. Viele von ihnen leiden an den psychischen und physischen Folgen dieser traumatisierenden Erlebnisse.

Die Reaktion von Menschen auf traumatische Ereignisse hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Art und Stärke des Erlebnisses, von der Situation des Geschehens und von den persönlichen Ressourcen, über die der Betroffene zu jenem Zeitpunkt verfügt.
Auf welche Zeichen können wir achten, wenn es um traumatisierte Personen geht:
1. physische Reaktionen wie z. B. Zittern, Schwitzen, erhöhte Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck, Atemnot, Schüttelfrost
2. emotionale Reaktionen wie z. B. Hilflosigkeit/Orientierungsverlust, Weinen, Gereiztheit/Aggression, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Schreckhaftigkeit, Misstrauen, Schuldgefühle, Schamgefühle
3. kognitive Reaktionen wie z. B. Sprachschwierigkeiten, Gedächtnisverlust (Amnesie), Entscheidungsschwierigkeiten, Konzentrationsprobleme
4. bei Kindern häufig beobachtbare Symptome: regressives Verhalten, Einnässen oder Einkoten, starke Anhänglichkeit, Lernstörungen, starker Rückzug
Oft werden diese Symptome auch ausgelöst durch eine unbewusste Reaktivierung des Traumas (Flashbacks), wenn z.B. eine dem Trauma ähnliche Situation (Trigger = Auslöser von Flashbacks) auftaucht.

Was können wir nun tun um diesen Menschen zu helfen:
• Sicherheit vermitteln
• Normalität wiederfinden – z.B. Unterricht besuchen, Sport, Spielen
• Informationen und Erklärungen geben – oft sind auch einfach nur Wiederholungen notwendig
• Selbstwertgefühl stärken – diese führt zu Autonomie der betroffenen Person
• Zuhören ohne zu bewerten
• Geduld haben
• Professionelle Hilfe vermitteln, wenn es notwendig ist!
In solchen Situationen wird den Lehrer*innen neben ihrer „normalen“ Arbeit viel zugemutet. Wichtig wäre es hinzusehen und zu erkennen ob eine besondere Unterstützung für ein Kind oder eine Familie notwendig ist. Gerade dann, wenn wir diese nicht selbst leisten können.

Bild: https//:pixabay.com/de/users/frankbeckerde-166897/